Ein Natur- und Heimatfreund bemüht sich um den Erhalt eines Naturdenkmals

Es geht dabei um ein Naturgebiet, das schon 1939 mit der Bezeichnung „Dünenzug am Recknitzufer“ in das Reichsschutzbuch eingetragen wurde. Hier befindet sich eine einzigartige Flora und Fauna. Es wächst hier schon seit Jahrhunderten und noch heute die bewunderte und schutzwürdige Wunderblume von Laage, die Wiesenkuhscheele (Pulsatilla pratensis).

Bereits 1937 hatte der ehemalige Bürgermeister von Laage, Herr Fritz Köhler, mit seinem Gedicht: „Die Wunderblume von Laage“, der Blume ein Denkmal gesetzt. Im Jahre 2010 war es der bekannte Heimatkundler Fritz Abs, damals noch Mitglied des Laager Heimatvereins, der den Bau des Naturlehrpfads „Recknitz- Dünen“ mit initiierte. Finanzier! wurde das Vorhaben durch das Bundesprogramm „Stärken vor Ort“.

Dieser Naturlehrpfad wurde am 15.12.2010 eingeweiht. Es war eine ganz tolle Idee aller Beteiligten, dieses Projekt zu verwirklichen. Zwar beinhaltet der Naturlehrpfad zunächst nur die Möglichkeit des Wanderns und des Kennenlernens der Flora und Fauna dieses Gebiets nordöstlich von Laage gelegen, aber es weckte auch Visionen für eine größere touristische Erschließung dieser Gegend als Wandergebiet mit einem zusätzlichen geschichtlichen Hintergrund.

In diesem Gebiet befand sich vor einigen Jahrzehnten ein ehemaliger Judenfriedhof, der im Jahre 1851 notwendig wurde, weil in Laage zu diesem Zeitpunkt 45 jüdische Einwohner, von insgesamt 1879, wohnten. Im Jahre 1852 wurde der jüdische Friedhof auf dem Scheibenberg errichtet. Bis Dato, so heißt es in einem Bericht des Bürgermeisters, Gerichtsrat Lüders, seien verstorbene Juden in Güstrow beigesetzt worden. Die Friedhofsfläche betrug 1913 2,63 ar, einige Jahre später 3,92 ar.

Spricht man heute über dieses Gebiet, dann erinnert man sich auch gleich an ein heute phantastisch anmutendes Unternehmen des Tischlermeisters Albert Simon, der in diesem Gebiet ein selbstgebautes und bemanntes Segelflugzeug 1931 zum Fliegen bringen wollte.
Von all diesen Dingen hat sich Fritz Abs leiten lassen, um aus der Landschaftsbrache ein nachhaltiges Natur- und Geschichtsdenkmal zu schaffen. Das gesamte Gebiet um den Judenberg konnte Fritz Abs bereits aus seiner Jugendzeit, denn hier wirkte er schon als „Zirkusdirektor“ einer Jugendgruppe in den 1950er Jahren. Im Sommer zogen die im Umkreis des Laager Marktes wohnenden Kinder und Jugendlichen mit Sack und Pack zum Judenberg, bauten ihre Zirkusstadt auf und spielten Zirkus. An den Wochenenden dann auch vor der Kulisse der Eltern.

Im Jahre 2010 kam es, wie bereits erwähnt, zum Bau des Naturlehrpfads. Aber die große Mühe, die sich das Ausbildungszentrum Teterow, der BBS START GmbH, die Schüler des RecknitzCampus, der Laager Heimatverein und viele freiwillig Mitwirkende bei der Errichtung des Naturlehrpfades gegeben haben, verpuffte bereits nach zwei Jahren. Dann zeigte der Vandalismus bereits seine tiefen Spuren. Die Zerstörungswut einiger Unbelehrbarer war größer als der Erhaltungstrieb. Die Nachhaltigkeit dieses Projektes war leider nicht gegeben. Zu gering war auch sicherlich das Interesse für eine dauerhafte Nutzung dieses Lehrpfades, insbesondere durch die Schulen als ein Unterrichtsort in freier Natur für Biologie und Geschichte. Ein Pressebericht von Kerstin Erz mit dem Titel „Naturschützer entsetzt über Zerstörungen“ in der OZ vom 8. Juni 2012 verdeutlicht dieses Dilemma. Ich zitiere dazu nachfolgend die Schlagzeilen dieses Berichtes mit einer daraus hervorgehenden Klage des enttäuschten Heimatfreundes Fritz Abs:

„Wanderer in den Recknitz-Dünen stoßen auf viel Vandalismus, beklagt Fritz Abs vom Laager Heimatverein. Es fehlt Personal für die Instandhaltung.“


Zwischenzeitlich sind einige Jahre vergangen und dieses einmal mit viel Fleiß und Mühe errichtete Kleinod geriet mehr und mehr in Vergessenheit. Im August 2015 stellte Fritz Abs nach einem Besuch der Anlage folgendes fest:

„Es wurde in den letzten drei bis vier Jahren an den Anlagen kein Handschlag mehr ausgeführt. Zerstörte Wegbegrenzungen und Beschilderungen, nicht durchgeführter Rückschnitt des Ginsterbewuchses usw. ergaben den Anblick einer verwahrlosten Fläche.“

Über diesen Zustand hat Fritz Abs am 26.08.2015 mit der damaligen Bürgermeisterin, Frau· Lochner-Borst, gesprochen. Sein Anliegen fand entsprechende Fürsprache und Unterstützung, geht es doch auch darum, anlässlich der 800 Jahrfeiern im Jahre 2016, den Naturlehrpfad wieder in Ordnung zu bringen.

Quellen:
Aufzeichnungen von Fritz Abs
Kerstin Erz, OZ vom 8.6. 2012

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